Die Regionale Geographie erforscht Teilräume der Erde als funktionale Einheiten und darin die Wechselbeziehung aller Geofaktoren. Für die Regionale Geographie sind die individuellen Züge spezifischer Ausschnitte der Erdoberfläche wichtig.
Auch die regionale Geographie hat zwei große Richtungen, die durch ein unterschiedliches Erkenntnisinteresse gekennzeichnet sind. Der Länderkunde geht es jeweils um einen spezifischen Erdraum oder Landschaftsraum. Dies kann ein Stadtteil, ein politischer Bezirk, ein Bundesland, eine individuelle Landschaft ("Schwarzwald"), ein Staat oder gar ein Kulturerdteil sein. Dieser Untersuchungsraum wird auf seine Individualität in der Synthese aller Geofaktoren hin untersucht. Wir bezeichnen diese Betrachtungsweise als idiographisch.
Demgegenüber geht es der Landschaftskunde nicht um Raumindividuen, sondern um Raumtypen. Sie spricht daher nicht vom Landschaftsraum, sondern vom Landschaftstyp. In vergleichend-abstrahierender Methode versucht sie, zu einer Systematik, Klassifikation oder Typologie von Landschaften zu kommen. Derartige Landschaftstypen können das Hochgebirge, das Mittelgebirge, die Küsten, die tropischen Tiefländer, die gemäßigten Breiten, die Permafrostregionen oder Schwarzafrika sein (A. BORSDORF 1999, S. 44-45; E. EHLERS/M. WERTH 1990; H. LESER/R. SCHNEIDER-SLIWA 1999, S. 39).
Aus: Rinschede 2003, S. 99.